Umgang mit Choleriker

Choleriker lassen ihre Wut und Aggression freien lauf. Sie haben eine geringe bis gar keine emotionale Selbstkontrolle und machen unser Leben nicht gerade einfach 🙂

Der Choleriker bestimmt mehr oder weniger die Atmosphäre im privaten oder beruflichen Bereich, denn die Wutausbrüche sind zum Teil sehr heftig und unangenehm beleidigend. 

Die Laune eines Cholerikers beeinflusst unsere Laune, denn keiner von uns will angeschrien werden. Stattdessen wollen wir respektiert und gehört werden – Bedürfnisse die meistens auf der Strecke bleiben. 

Das cholerische Verhalten ist ein Persönlichkeitsmerkmal und trifft auf Männer genauso wie auf Frauen zu. Hinter diesem Verhalten steckt häufig eine Überforderung oder Minderwertigkeitsgefühle und nicht selten, ist ein cholerisches Verhalten ein Merkmal der narzisstische Persönlichkeitsstörung. Siehe Blogartikel und Podcast zu dem Thema unter:

Blog: Ist mein Partner ein Narzisst?

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Interessanterweise sind cholerische Menschen sehr dynamisch, ideenreich, haben Eigeninitiative und sind willens-und leistungsstark. Diese Eigenschaften sind optimal für Führungspositionen. Das ist der Grund, weshalb wir häufig im Berufsleben mit cholerische Menschen zu tun haben.

Warum ist es so schwer mit einem Choleriker – gerade wenn er in Rage ist zu kommunizieren?

Das menschliche Gehirn, bzw. das limbische System ist ganz einfach erklärt:

Das limbische System ist der älteste Teil des Gehirns und ist verantwortlich für die Verarbeitung unserer Emotionen. Es ist der Ort wo unsere Erinnerungen gespeichert sind und unsere Reaktionen (kämpfen, fliehen oder erstarren) auf eine “potenzielle Gefahr” bestimmt werden.

In einer Stresssituation ist das limbische System der Chef im Haus! 

Deshalb wiederholen sie immer wieder dieselben Verhaltensweisen, nämlich: laut, rechthaberisch, aufbrausend und beleidigend zu sein.

Der Choleriker hat eine sehr geringe Frustrationsgrenze. 

Ich hatte in der Praxis sowohl Menschen, die den Umgang mit Choleriker lernen wollten, als auch cholerische Menschen, die lernen wollten, mit ihren Emotionen besser umgehen zu können.

Das ist aber eine Seltenheit, denn der Choleriker verspürt nur selten ein Leidensdruck. Wo kein Leid ist, fehlt die Einsicht, dass am eigene Verhalten etwas geändert werden müsste.

Woher kommt diese emotionale Störung?

Meistens aus der Kindheit. 

Sehr häufig haben diese Menschen einen cholerischen Vater oder Mutter gehabt und als Kind mussten sie sich sehr stark unterwerfen – die eigene Bedürfnisse wurden nie berücksichtigt und das Kind hat gelernt in seinen Wünschen zurückzustecken. 

Als erwachsener Mensch holt diese Person “ihre Rechte” zurück und duldet keine Widerrede. Es ist ein unkontrollierbares Verhalten, bei den viel Leid verursacht wird.

Eine andere Möglichkeit: das Kind hat gelernt: wenn es schreit, machen die Eltern alles was es will und wiederholt das gelernte Verhalten – das damals so wunderbar funktioniert hat – noch heute.

Es hat nie gelernt zu kommunizieren, zu verhandeln, danke zu sagen oder zuzuhören. Das Kind wurde wie ein Prinz/eine Prinzessin behandelt und fordert diese Behandlung heute noch.

Ein cholerisches Verhalten kann auch mit einer Störung wie AD(H)S  oder als Symptom der narzisstische Persönlichkeitsstörung auftreten.

Wie gehe ich damit um?

  1. Warten bis der “Anfall” zu Ende ist! Das Gespräch unterbrechen und vertagen bis die Stimmung wieder besser ist. 

    Im Büro – kannst du nicht immer deinem Chef sagen: ich unterbrechen das Gespräch, weil…. – hier rate ich dir zu warten ohne zu unterbrechen. In einem ruhigen Moment kannst du dann mit dem Chef sprechen und die Situation klären. Sollte von dir eine Antwort erwartet werden, kommuniziere, dass du dich erstmal beruhigen möchtest, um deinen Chef eine klare und sachliche Antwort zu geben.
  2. Verständnis zeigen. Zeige deinem Gegenüber, dass du seine Position verstehst und ihn auch gerne unterstützen möchtest.

    Behalte bitte im Kopf – Du bist nicht für seinen Anfall schuldig. Nimm es bitte – auch wenn es sehr schwer fällt – nicht persönlich.

    Steige auf keinen Fall in das “Spiel” ein oder kritisiere oder maßregele deinen Gegenüber nicht. Es bringt nichts und die Situation eskaliert noch mehr.

    Wenn du die Möglichkeit hast den Job zu kündigen und sich für einen anderes Unternehmen zu entscheiden oder aus der Beziehung auszusteigen, dann tu es. Wenn du aber dein Job oder die Beziehung nicht aufgeben möchtest, probiere neue Wege aus, um mit der Situation zurecht zu kommen. Zu hoffen, dass dein Gegenüber sich ändern wird, ist illusorisch, mach dich nur machtlos und wird dich enttäuschen.

    Die Situation ist wichtig für dich. Lerne damit umzugehen und entscheide dich für das Glücklichsein.

    Das Leben ist das Ergebnis DEINER Entscheidungen!